Positiver Schwangerschaftstest

Positiver Schwangerschaftstest: Bin ich schwanger?

Ein positiver Schwangerschaftstest ist ein eindeutiges Zeichen: Sie sind schwanger! Doch Vorsicht! Es gibt viele Faktoren, die einen Schwangerschaftsest beeinflussen, sodass selbst ein positiver Schwangerschaftstest nicht immer heißen muss, dass man schwanger ist. Wenn man eine Verhütungspanne hatte und nun Angst hat, schwanger zu sein, lohnt es sich, sich genau über  Schwangerschaftstests zu informieren. Welche Arten von Tests gibt es? Sind alle gleich? Welche Unterschiede gibt es? Wie funktionieren sie? Kann man schwanger sein, trotz Periode? Und wie sieht es aus mit der Zuverlässigkeit bei einem Schwangerschaftstest? Je mehr man über die Wirkweise von Schwangerschaftstests weiss, umso besser kann man die Ergebnisse einschätzen und wissen, was ein positiver Schwangerschaftstest bedeuten kann.

Positiver Schwangerschaftstest: Wie kommt es zu diesem Ergebnis?

Wenn man eine Verhütunspanne hatte und der Schwangerschaftstest positiv ausfällt, ist der Schock erstmal groß. Doch bevor man zu sehr in Panik verfällt, sollte man wissen, wie ein Schwangerschaftstest überhaupt funktioniert.
Die Schwangerschaftstests für zu Hause sind im Prinzip Teststreifen, die in den Morgenurin gehalten werden. Verändert sich die Farbe auf dem Teststreifen, ist dies ein positiver Schwangerschaftstest und man ist schwanger. Bleibt die Farbe gleich, ist der Test negativ und man ist höchstwahrscheinlich nicht schwanger. Die Farbveränderung erfolgt durch Antikörper. Diese reagieren auf das Schwangerschaftshormon beta hCG. Dieses Hormon wird verstärkt produziert, wenn eine Eizelle befruchtet wurde und kann im Urin mit Antikörpern nachgewiesen werden. Enthält der Morgenurin beta hCG schlagen die Antikörper aus und der Teststreifen verfärbt sich.1 Hier zeigt sich schon die erste mögliche Fehlerquelle: Ist der Schwangerschaftstest nicht sensibel genug, kann er möglicherweise geringe Mengen an beta hCG nicht wahrnehmen und zeigt Ihnen ein negatives Ergebnis an – obwohl Sie schwanger sind. Das passiert sogar mit den etwas sensibleren Frühtests.2 Ein Frühtest kann schon 5 Tage vor der zu erwartenden Periode geringe Mengen an beta hCG im Urin detektieren, während ein herkömmlicher Schwangerschaftstest dies erst ab 14 Tagen nach der Befruchtung kann.3 Allerdings ist bei diesen hohen Mengen an hCG auch schon die Aussage, dass der Schwangerschaftstest positiv ist, zuverlässiger. Es kann also sein, dass ein Frühtest leicht positiv ausfällt, man aber nicht unbedingt schwanger ist. Daher ist es immer sicherer, einen Bluttest beim Frauenarzt zu machen oder nach 14 Tagen einen herkömmlichen Schwangerschaftstest zu machen. Ein falsches positives Ergebnis kann auch dadurch entstehen, das man bestimmte Medikamente einnimmt, wenn man beispielsweise unter bestimmten Krankheiten leidet, oder auch wenn man nicht mit dem Morgenurin gemessen hat, der die höchste beta hCG-Konzentration hat.4 Lesen Sie also vor dem Testen immer gründlich die Packungsbeilage, um solche Fehlerquellen auszuschließen.

 

 

Positiver Schwangerschaftstest: Kann ich schwanger sein, trotz Periode?

In seltenen Fällen kann es passieren, dass man eine Blutung feststellt, obwohl der Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist. Wie ist das möglich? In einem solchen Fall handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um Ihre Periodenblutung, sondern möglicherweise um eine Einnistungsblutung, die kurz nach der Befruchtung der Eizelle erfolgt.5 Wenn man kurz vorher etwa einen Frühtest gemacht hat, kann dieser positiv ausfallen und man bekommt eine Blutung – die aber in dem Fall keine Menstruationsblutung ist. Eine weitere Möglichkeit ist, dass es Anwendungsfehler beim Frühtest gab und man eigentlich nicht schwanger ist und eine normale Blutung hatte. Ein positiver Schwangerschaftsest muss also nicht immer zwangsläufig bedeuten, dass man schwanger ist. Wichtig ist, dass man diese Ergebnisse der Tests für zu Hause beim Gynäkologen bestätigen lässt, um sicher zu sein.
Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme der herkömmlichen Pille. Sollte man einen Anwendungsfehler der Pille begangen haben (Pille vergessen, Pille erbrochen, Pille Durchfall, Pille und Antibiotika etc.) und hatte daraufhin eine Verhütungspanne, wird die Pille für gewöhnlich dennoch weiter eingenommen. Auch wenn nun bereits eine Schwangerschaft besteht, bekommt man weiterhin die gewöhnliche Pillenentzugsblutung und könnte zu dem Schluss kommen man sei schwanger trotz Periode. Für gewöhnlich schadet dies dem Fötus aber nicht.
Frauen, die außerdem Ihren Zyklus sehr gut kennen, können oft auch ohne Schwangerschaftstest feststellen, ob man schwanger ist oder nicht. Wenn man seinen Zyklus symptothermal beobachtet – zum Beispiel mit Hilfe eines symptothermalen Zykluscomputers wie cyclotest 2 plus – kennt man seinen fruchtbaren Tage. Denn eine Frau kann tatsächlich nur an etwa 6 Tagen pro Zyklus schwanger werden. Gab es eine Verhütungspanne außerhalb dieser Zeitspanne, ist es höchst unwahrscheinlich, dass man schwanger ist. Eine symptothermale Zyklusbeobachtung kann also eine gute Methode sein, um zu wissen, ob man schwanger ist. Wenn allerdings hormonell verhütet wird und eine Panne beim Verhüten unterlaufen ist, sollte man sich umgehend um eine Notfallverhütung kümmern, bevor ein Schwangerschaftstest positiv ausfällt. Hier gibt es übrigens neben der “Pille danach” auch die Kupferspirale oder die Kupferkette Gynefix als sicherere Alternative. Diese können sogar bis zu 5 Tagen nach dem erfolgten Geschlechtsverkehr eingesetzt werden und schützen, anders als die Pille danach, auch bei bereits erfolgtem Eisprung noch zu 99% Sicherheit vor einer ungewollten Schwangerschaft.6 Eine Liste aller Gynäkologen, die die Kupferkette als Notfallverhütung einsetzen finden Sie hier.

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1. Bastian, Lori. Diagnostic Efficiency of Home Pregnancy Test Kits. A meta-analysis. In: Arch Fam. Med. Vol 7, Sep./Oct. 1998. 463-469. Zugriff unter: http://www.hawaii.edu/hivandaids/Diagnostic_Efficiency_of_Home_Pregnancy_Test_Kits__A_Meta-analysis.pdf. Am: 17. März, 2014.
2. Smiljanic, Mirko. Radiolexikon: Schwangerschaftstests. Wie sicher ist das Ergebnis? 26. 20. 2010.  Deutschlandfunk.. Zugriff unter: http://www.deutschlandfunk.de/radiolexikon-schwangerschaftstests.709.de.html?dram:article_id=88839. Am: 17. März 2014.     
3. Ibid.
4. Bastian, Lori. Diagnostic Efficiency of Home Pregnancy Test Kits. A meta-analysis. In: Arch Fam. Med. Vol 7, Sep./Oct. 1998. 463-469. Zugriff unter: http://www.hawaii.edu/hivandaids/Diagnostic_Efficiency_of_Home_Pregnancy_Test_Kits__A_Meta-analysis.pdf. Am: 17. März, 2014.
5. Detuscher Hebammenverband e.V. Empfehlungen zum Vorgehen bei Terminüberschreitung. Mai 2012. Zugriff unter: http://hebamme-nieting.de/download/Empfehlungen_zum_Vorgehen_bei_Terminueberschreitung.pdf. Am: 21. März 2014.
6. Apotheken Online. 08. 02. 2013. Pille danach und Spirale danach als Notfallverhütung.  http://www.apotheken.de/gesundheit-heute-news/article/pille-danach-und-spirale-danach-als-notfallverhuetung/