Schwanger werden nach einer Fehlgeburt


Darf ich direkt schwanger werden nach einer Fehlgeburt oder sollte ich damit lieber ein wenig warten? Viele Frauen, denen solch ein Schicksalsschlag nicht erspart geblieben ist, stellen sich diese Frage. Schwanger nach einer Fehlgeburt zu werden wäre ein schöner Trost für das verlorene Baby. Allerdings raten viele Ärzte, das Schwanger werden nach einer Fehlgeburt nicht sofort anzugehen. Von einer Frist von drei Monaten ist meist die Rede, andere raten zu einem halben Jahr. Erst danach sollen Körper und Psyche wieder bereit für eine Schwangerschaft sein und das Risiko für eine erneute Fehlgeburt entsprechend gesunken sein.
Studien aus der Schweiz zufolge sollen solche Ansichten allerdings überholt sein. Sie sehen kein Problem darin, sofort wieder schwanger nach einer Fehlgeburt zu werden: Das Risiko nach einer Fehlgeburt wieder ein Kind zu verlieren betrage 20 Prozent – egal, wie lange die Fehlgeburt zurückliege, heißt es. Vor allem Frauen, die schon einmal ein Kind gesund zur Welt gebracht haben, haben gute Chancen, erfolgreich schwanger nach einer Fehlgeburt zu werden.


Der schnelle nächste Versuch - kein erhöhtes Risiko

Das heißt, dass Frauen, die sofort nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden, haben vermutlich kein erhöhtes Risiko für einen erneuten Abort. Schon nach etwa vier Wochen sollen Körper und Psyche der Frau wieder im Lot und bereit für eine neue Schwangerschaft sein. Eine Studie aus Schottland unterstützt auch die These des schnellen „Schwanger Werdens“ nach einer Fehlgeburt.
Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwischen „Frühen Fehlgeburten“ in den ersten 12 Schwangerschaftswochen und „Späten Fehlgeburten“. Eine Fehlgeburt in den ersten Schwangerschaftswochen ist relativ häufig. Manche Frauen wissen noch gar nicht, dass sie in anderen Umständen gewesen sind und bemerken die Fehlgeburt gar nicht. Oftmals registrieren sie im Anschluss lediglich eine sehr starke und vielleicht etwas verspätete Periodenblutung.

Erneuten Fehlgeburten vorbeugen

Jedes zehnte Ungeborene stirbt noch während der Schwangerschaft im Bauch der Mutter. In vielen Fällen sind genetische Defekte der Auslöser. In den meisten Fällen wäre das Baby nicht lebensfähig und wird vom Organismus deshalb abgestoßen. Manchmal ist ein Progesteron-Mangel Schuld. Dann nistet sich die Eizelle nicht richtig in der Gebärmutterschleimhaut ein. Auch Infektionen können Auslöser sein. Auch nach einer Abtreibung in der Vergangenheit kann es Studien zufolge eher passieren, dass es zu einer Fehlgeburt kommt.
Was schlussendlich im individuellen Fall der Auslöser war, bleibt oft unklar. Eine medizinische Untersuchung der Ursachen wird erst nach etwa drei Fehlgeburten vorgenommen.
Spätestens wenn alle Anzeichen dafür sprechen und Frauen sich fragen: `Bin ich wieder schwanger?´ steigt die Angst vor einer neuen Fehlgeburt. Eine gesunde Lebensweise und ein optimistischer Blick nach vorn sind die besten Ratschläge für Frauen, die nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden wollen. Gepaart natürlich mit dem fachlichen Know-how eines guten Arztes. Der kann die nächste Schwangerschaft vorsorglich mit Progesteron – wahlweise per Scheidenzäpfchen oder in Cremeform - unterstützen. Auch homöopathische Mittel sind beliebt, ebenso wie Naturheilkräuter: Frauenmantel zum Beispiel hilft nicht nur bei der Befruchtung der Eizelle, als Tee soll es auch gut sein für Frauen, die schwanger nach einer Fehlgeburt sind. Naturheilkundler sind davon überzeugt, dass Frauenmantel hilft, eine mögliche Fehlgeburt vorzubeugen.

 

Quellen:

http://www.fehlgeburt.net/wie-geht-es-weiter/nach-fehlgeburt-warten-oder-nicht/
http://www.tellmed.ch/include_php/previewdoc.php?file_id=6999
http://www.iat.eu/ehealth/downloads/281_kersting.pdf?PHPSESSID=560198c9b77d0c2b3b8429a9239efcf7
http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/gynaekologie/article/822160/studie-abtreibung-folgen-naechste-schwangerschaft.html
http://www.saling-institut.de/german/03infomo/01fruehfehl.html