Neuigkeiten aus der Kinderwunschforschung

Kinderwunsch-Forschung zur männlichen Fruchtbarkeit

Die männliche Fruchtbarkeit ist ebenso wie die weibliche essentiell für das Erlangen einer Schwangerschaft. Eine lang angelegte Studie zur Samenanalyse in 20 niederländischen Kinderwunsch-Kliniken mit 3.345 Paaren beschäftigte sich mit der Frage um Vaterschaftswahrscheinlichkeit und die Optimierung bei eingeschränkter männlicher Fruchtbarkeit. Bei allen Paaren wurden weibliche Fruchtbarkeitstörungen ausgeschlossen. In diesem Versuch stellte man  die Chancen der natürlichen Entstehung einer Schwangerschaft und die Chancen einer sogenannten assistierten Reproduktion bei eingeschränkter Fruchtbarkeit gegenüber. Das Resultat der Studie hoffnungsbringend:  die modernen Methoden schaffen Chancengleichheit: durch Methoden wie IVF oder IVF via ICSI kann die aktuelle Kinderwunsch-Forschung die Chance auf eine Vaterschaft auch bei starker Einschränkung der Fruchtbarkeit auf das natürliche Niveau zurück bringen.1

Dank Kinderwunsch-Forschung die Fruchtbarkeit konservieren

In der aktuellen Kinderwunsch-Forschung ist Kryo-Konservierung2 ein großes Thema. Hier werden u.a. Eizellen oder Samenzellen eingefroren um zu einem späteren Zeitpunkt für eine Schwangerschaft genutzt zu werden. Dies wird besonders im Rahmen der fruchtbarkeitserhaltenden Maßnahmen angewandt. So können Krebspatienten vor einer Strahlen- oder Chemotherapie Eizellen oder Samenzellen einfrieren lassen. Wichtig sind hier ausgeklügelte Prozesse, die verhindern, dass während des Einfrierens die Zellenstruktur nicht beschädigt wird. Auch, wenn während einer IVF Therapie eine befruchtete Eizelle aus medizinischen Gründen nicht in die Gebärmutter eingesetzt werden kann, wird Kryo-Technik eingesetzt.

Kinderwunsch-Forschung kritisiert Beurteilungsfaktor für Kostenübernahme3 

Für die Bewilligung der Kostenübernahme einer Kinderwunschbehandlung wird das Analyseergebnis des AMH (Anti-Müller Hormons) von vielen Krankenkassen als auschlaggebender Faktor herangezogen. Dies wird von einigen Kinderwunsch-Forschern kritisiert. Anhand des AMH Hormons wird üblicherweise das Reservoir vorhandener Eizellen berechnet. Eine im Journal of Assisted Reproduction and Genetics veröffentlichte Studie weist auf eine alternative Methode hin, welche unabhängig von negativen AMH Werten Aufschluss bringen soll: Beim Antralen Follikelcount (AFC) werden anhand einer Ultraschalluntersuchung die bestehenden Follikel gezählt, wodurch eine Vorhersage über einen Behandlungserfolg möglich sei. Diese Stimmen der aktuellen Kinderwunsch-Forschung sehen in der AFC einen zu bevorzugenden Ansatz, der mehr Paaren die Chance auf eine Kostenübernahme ermöglicht.

 

______________________________________

1. Gnoth, Mallmann. Perikonzeptionelle Frauenheilkunde. Fertilitätsmanagement, Prävention und Management von Schwangerschaftsrisiken. Springer, 2014. S.9 ff
2. http://www.kinderwunsch-blog.com/vitrifikation-mit-sicherer-technik-zum-wunschkind/
3. Antral follicle count determines poor ovarian response better than anti-Müllerian hormone but age is the only predictor for live birth in in vitro fertilization cycles. J Assist Reprod Genet. 2013 Jun;30(5):657-65.